Amrit Kaur – 1.Vorbereitung auf die Geburt | 2.Selbstfürsorge gegen Manipulation

Workshop 1 – Vorbereitung auf die Geburt – Vorbereitung auf’s Leben. Der liebevolle Weg durch’s Ungewisse.
Eine Geburt lässt sich nicht vollständig planen. Das Leben auch nicht. Es kommt immer zu Unvorhergesehenem, Überraschendem, zu außerplanmäßigen Freuden und Herausforderungen, zu unbekannten Weggabelungen… Das Ungewisse ist ein Teil des Lebens und des Leben Schenkens. Erleben wir dies als beständige Quelle von Unsicherheit und suchen nach äußeren Haltegriffen wie etwa nach vermeintlich unumstößlichen yogischen Wahrheiten und Regeln? Oder können wir uns auf die grundlegende Unwägbarkeit einlassen und das Leben und das Gebären umarmen, so wie sie sind – Abenteuer der Liebe und der Wandlungen?
Im Yoga finden sich wertvolle Hilfen, wie wir dem Leben und seinen Transformationsprozessen mit offenem Herzen und in liebevoller Verbundenheit mit uns selbst, mit Allen und Allem begegnen können, ohne auf falsche Sicherheiten zu bauen.
Dieser Workshop richtet sich an alle, die sich auf die Abenteuer des Lebens (zum Beispiel auf das Elternwerden) vorbereiten oder andere Menschen dabei begleiten wollen.

Workshop 2 – Selbstfürsorge für Yogalehrer*innen – oder was wir dafür tun können, Schüler*innen nicht zu manipulieren

Manipulation und Missbrauch fallen nicht vom Himmel. Sie wachsen zum Beispiel auf einem Nährboden von Macht, Selbstüberhöhung und Selbstüberforderung auf Seiten des Lehrers.

„Das hat alles nichts mit mir zu tun! Ich würde niemals Schüler*innen manipulieren!“, ist man als Kundalini Yoga Lehrer*in mit guten Absichten geneigt auszurufen. Doch wo beginnt eigentlich Manipulation? Sind nicht subtile Suggestionen, das Verkünden von vermeintlich unumstößlichen yogischen Wahrheiten und das Ausnutzen der eigenen Autorität als Lehrer*in (natürlich nur zum Besten der Schüler*innen, versteht sich!) bereits Einflussnahme? Wo ist die Grenze zwischen dem Öffnen eines Erfahrungsraumes für die Schüler*innen und dem Hineinführen in eine Abhängigkeit?

Und was hilft uns als Lehrer*innen, diese Grenze niemals zu überschreiten?

Zu diesen Fragen und den möglichen Antworten möchte ich mit anderen Yogalehrer*innen ins Gespräch kommen und auch praktisch erproben, wie es möglich ist, Kundalini Yoga weiterhin mit gutem Gewissen zu unterrichten.

Das Leben mithilfe von Kundalini Yoga zu erforschen, ist ein Geschenk, das schon früh in meinem Leben zu mir kam. Meine natürlich vollkommen übertriebene Hoffnung, mit dem Yoga auch gleich noch die Welt zu retten, hat sich – wie man derzeit besichtigen kann – nicht wirklich erfüllt. Zumal die Welt des Kundalini Yoga durch das Bekanntwerden von Yogi Bhajans Missbrauchstaten gerade selbst in ihren Grundfesten erschüttert ist. Das aufzuarbeiten empfinde ich als meine Verantwortung. Yogabusiness as usual geht gerade nicht mehr. Und gleichzeitig könnte ich es nicht verantworten, den Menschen die Essenz und das Potential dieser Yogapraxis und dieses Bewusstseins vorzuenthalten. Mich interessiert, wie ich als Kundalini Yoga Praktizierende und Lehrende und wie wir als Gemeinschaft in Zukunft nicht-toxische Spiritualität in die Welt bringen können. Spiritualität die nährt und heilt, aber nicht abhängig macht. Spiritualität, die Freiheit und menschliche Gemeinschaft gleichzeitig erfahrbar macht.

Amrit Kaur – 1.Vorbereitung auf die Geburt | 2.Selbstfürsorge gegen Manipulation